Internationales Onlineshopping ganz ohne böse Überraschungen? Der Warenkorb ist gut gefüllt, voller Vorfreude werden Zahlungsmittel und Versandart ausgewählt und dann folgt nicht selten ein kleiner Herzstillstand, denn die Versandkosten fallen wesentlich höher aus als erwartet: wer kennt das nicht! Laut EU-Kommission kostet es bislang durchschnittlich drei- bis fünfmal mehr, Pakete international statt im Inland zu verschicken. Nicht selten entscheiden sich Verbraucher daher für versandkostenfreundlichere Optionen und gegen internationalen Handel.

 

Im März entschied das EU-Parlament in Straßburg, über eine neue EU-Verordnung, die den internationalen Pakethandel der Mitgliedsstaaten transparenter machen soll. Durch diese Verordnung werden Paketdienstleister in Zukunft dazu verpflichtet, ihre Preise für Auslandssendungen offenzulegen. Für diesen Zweck soll eine Website entstehen, auf der Verbraucher und Unternehmer dann die Möglichkeit erhalten, durch Preisvergleiche den günstigeren Anbieter auszuwählen. Die Devise lautet aber: durch die verstärkten Wettbewerbsbedingungen, werden sich überhöhte Preise einzelner Paketdienstleister über kurz oder lang vermutlich revidieren und neutralisieren. In Kraft treten soll die „onlineshopperfreundliche“ Verordnung voraussichtlich bereits im Mai 2018.

 

Laut Handelsblatt erhoffe sich die EU durch diese Maßnahme gute Chancen für die Zukunft des internationalen E-Commerce, denn laut einer Studie der EU-Kommission vermeiden ganze zwei Drittel der befragten Verbraucher bislang den Kauf bei ausländischen Onlinehändlern aus Sorge vor zu hohen Versandkosten.

 

Einen Haken gibt es allerdings. In der Pressemitteilung des Europäischen Parlamentes vom 13. März 2018 heißt es: „Nach den Vorschriften sollen Unternehmer – ’sofern möglich und anwendbar‘, […] – dem Verbraucher Informationen über Preise, grenzüberschreitende Liefermöglichkeiten und über die eigenen Regelungen für die Bearbeitung von Beschwerden zur Verfügung stellen.“

 

Ob die Preise für den Versand letztendlich durch die Transparenz wirklich sinken werden, ist allerdings noch nicht klar. Von Kritikern wird befürchtet, dass die angestrebte Transparenz auch dafür sorgen könnte, dass günstigere Paketdienstleister ihre Preise nach oben anpassen.

 

Wir bleiben gespannt auf die Umsetzung der neuen Verordnung und damit einhergehenden Folgen für den E-Commerce Sektor!