Die E-Commerce-Branche reizt euch oder ihr habt ein neues Produkt entwickelt und wollt endlich euren eigenen Onlineshop eröffnen? Doch ihr wisst noch nicht genau wie und wo ihr anfangen sollt? Um mit anderen Händlern im immer weiter wachsenden Markt mithalten zu können, solltet ihr im Vorhinein einige Entscheidungen treffen, die euch die Umsetzung eines erfolgreichen Webshops später erleichtern werden.

Das richtige Shopsystem

Ihr könnt euer Shopsystem bei einem Webanbieter wie z.B. WIX oder Jimdo mieten. Hier bezahlt ihr meist monatliche Mietgebühren und könnt den Shop bedingt individualisieren. Doch Achtung – wenn der Vertrag gekündigt wird oder die Laufzeit endet, könnt ihr den Shop nicht mehr nutzen.

Es empfielt sich eher einen Shop zu kaufen, also die Verwendung einer selbst-gehosteten Lösung. Hier erhaltet ihr den gesamten Quellcode und seid wesentlich flexibler in der Gestaltung. Trotzdem müsst ihr kein Programmierer sein, um einen gut funktionierenden Shop selbst auf die Beine zu stellen.

Natürlich kann man einen Shop auch komplett selbst entwickeln, aber dazu braucht es fundierte IT-Kentnisse. Außerdem gibt es hier selten vorgebaute Schnittstellen bei Dientsleistern oder an Warenwirtschaftssysteme.

 

WaWi oder ERP?

Die Anbindung eines Warenwirtschaftssystems oder eines ERP-Systems im Hintergrund eures Onlineshops ist goldwert. Gerade dann, wenn ihr eure Produkte nicht nur über den eigenen Shop sondern auch über diverse Plattformen vertreiben wollt, habt ihr so eure Bestände immer im Blick. Wenn ein Warenwirtschaftssystem Funktionen für den Bereich Controlling enthält, spricht man schon eher von einem ERP-System.

Kümmert euch am besten frühzeitig darum, um zum Beispiel auch das Fundament für die Buchhaltung und Rechnungsstellung zu legen.

 

Welche Rechtsform?

Als Shopbesitzer geht ihr einer gewerblichen Tätigkeit nach und müsst deshalb ein Unternehmen anmelden. Die Auswahl der richtigen Rechtsform sollte aber gut durchdacht werden, da die optimale Lösung von vielen Kriterien abhängt. Neben dem zur Verfügung stehenden Eigenkapital und dem Haftungsrisiko entscheidet sie auch über eure Flexibilität und darüber, wie Investoren integriert werden können.

Hier solltet ihr euch unbedingt Hilfe bei einem Gründer-, Steuer- oder Unternehmensberater holen!

 

Look & Feel

Stichwort Corporate Identity: Nicht nur eure Produkte sollten einzigartig sein, auch euer Onlineshop sollte sich optisch von anderen abheben. Überlegt euch, welches Publikum ihr damit ansprechen wollt, definiert eure Zielgruppe und legt eure ganz eigene Bildsprache, Schriftart und Farbkombination fest.

 

Produktfotos

Hier ist Kreativität gefragt, denn eure Produktfotos sollten herausstechen. Kauft euch daher keine Bilder oder ladet sie aus dem Netz herunter. Auch die Nutzung gestellter Fotos von Herstellern sollte man vermeiden. Falls Fotografiekenntnisse vorhanden sind, schnappt euch selbst die Kamera oder engagiert euren eigenen Produktfotografen. Wichtig hierbei ist es, vorher die Unternehmenswerte zu kommunizieren und im besten Fall eine Buyer Persona mit zu geben, damit der Look hinterher stimmt.

 

Produktbeschreibungen

Um von Google höher gerankt und im Netz überhaupt gefunden zu werden, solltet ihr eure Produktbeschreibungen SEO-technisch optimieren. Neben den Vorteilen eures Produktes gehören auch wichtige Fakten dazu. Guter Content ist hier entscheidend und auch das Wording spielt eine große Rolle. Denkt an die richtigen Tags und Metadaten.

 

Unternehmensphilosophie

Kommuniziert in eurem Webshop unbedingt die „Story behind“. Was macht euer Unternehmen so besonders? Warum und wodurch grenzt ihr euch von anderen Anbietern ab? Bringt eure Message rüber – egal ob durch aussagekräftige Worte oder fesselnde (Bewegt-)Bilder. Eine persönliche Bindung schafft oft viel Vertrauen bei den Kunden.

 

Auswahl Zahlungsmethoden

Ihr solltet euren Kundinnen bzw. Kunden die Möglichkeit geben, zwischen mehreren Zahlungsarten wählen zu können. Hier ist es wichtig, eine gute Balance zwischen Vielfalt, Sicherheit und Gebühren zu finden. Denkt daran, dass ihr euch über Paymentanbieter absichert – vor allem dann, wenn ihr Kauf per Rechnung als Zahlungsmethode anbietet.

 

Kontakt, Impressum und Datenschutz

Die Offenlegung und Darstellung rechtlicher Grundlagen (z.B.: DSGVO) sind so wichtig wie nie zuvor. Prüft daher die oben gennanten Bereiche unbedingt auf Vollständigkeit. Als Online-Händler seid ihr auch dazu verpflichtet, auf die EU-Plattform zur Online-Streitschlichtung per Link auf eurer Website hinzuweisen.

 

Qualitätssiegel

Das Vertrauen zwischen euch und euren Kunden ist eines der wichtigsten Kaufkriterien beim Onlineshopping. Doch wie stellt man das her, wenn man sich nie kennenlernt? Gütesiegel wie z.B. Trusted Shops überprüfen euch als Anbieter und checken euren Service anhand definierter Qualitätskriterien. Die Sicherheit, die der Verbraucher dadurch gewinnt, verhilft euch so langfristig zu mehr Umsatz.

Ist mir mein eigener Onlineshop der ganze Aufwand wert?

Die Frage stellt nicht nur ihr euch.

Aber wenn ihr fest davon überzeugt seid, als Gründer mit eurem eigenen Onlineshop etwas reißen zu können, dann traut euch! Mit dem richtigen Konzept, bestenfalls der Ausfüllung einer Nische und dem Ansporn, es noch besser als die Mitstreiter machen zu wollen, habt ihr eine reelle Chance, euch auf dem Markt durchzusetzen.