Für eine einwandfreie Importabwicklung ist es wichtig, dass die gültigen zollrechtlichen Bestimmungen zur Einfuhr beachtet werden, um schnell und kostengünstig handeln zu können. Die entsprechenden Informationen können auch direkt beim Zoll erfragt werden. Es ist wichtig sich regelmäßig zu informieren, da sich die Zollvorschriften häufig ändern.

Hier ein paar Tipps, wie man Zollfehler beim Import vermeidet und die Importabwicklung optimal vorbereiten kann.

Was muss vorher organisiert werden?

1. Beantragung einer EORI Nummer

Anhand der Economic Operators Registration and Identifikation Number (EORI-Nummer) wird ein Unternehmen zu Zollzwecken registriert und identifiziert. Diese wird von der Generalzolldirektion Dresden vergeben ist europaweit gültig. Weitere Informationen gibt es auf www.zoll.de unter dem Suchbegriff „EORI Nr. beantragen“.

Die EORI-Nr. wird nicht nur als Pflichtangabe für sämtliche Formulare mit Bezug zur Exportkontrolle benötigt. Für die Zollanmeldungen besteht für den Empfänger bei der Einfuhr ebenfalls die Pflicht einer gültigen EORI-Nr. Sie ist also eine Pflichtangabe bei sämtlichen Zollabwicklungen/-anträgen.

 

2. Aufschubkonto für Zollabgaben beantragen

Beim Import aus Ländern außerhalb der EU fallen Zollabgaben (Zoll, Einfuhrumsatzsteuer, Verbrauchersteuern) an, die im Rahmen der Importanmeldung beim Zoll vorgelegt werden müssen. Mit einem Aufschubkonto können die anfallenden Zahlungen auf dem eigenen Kundenkonto aufgeschoben werden. Diese sind dann erst Mitte des Folgemonats fällig.

Das Konto für „Einfuhrumsatzsteuer ohne Sicherung“ kann ohne Bürgschaft beantragt werden.

 

3. Zolltarifnummern

Zolltarifnummern dienen der eindeutigen Identifikation von Waren. Damit kann im Zolltarif überprüft werden, ob es Besonderheiten gibt, die bei der Importabfertigung wichtig sind – sprich damit kann im Zolltarif überprüft werden, ob es Ein- und Ausfuhrbeschränkungen gibt, wie hoch die Zollsätze sind und welche Dokumente jeweils erforderlich sind.

Für alle grenzüberschreitenden Warenbewegung mit einem sogenannten Drittland (Nicht EU-Land) ist die Zolltarifnummer (11-stellige Importnummer oder 8-stellige Exportnummer) erforderlich. Grundlage hierfür ist der HS Code der durch die WCO (Weltzollorganisation) in mehr als 200 Ländern gilt.

Ohne Zolltarifnummer ist eine Ausfuhr oder ein Import nicht möglich!

Der Lieferant sollte die Zolltarifnummer zur Überprüfung der Daten bei der Importabfertigung zur Verfügung stellen. Übermittelt der Lieferant nicht automatisch die Zolltarifnummern, muss nachgefragt werden.

TIPP: Um später Verzögerungen bei der Versandabwicklung zu vermeiden, sollten die Unterlagen direkt zur Überprüfung an uns weitergeleitet werden. So können eventuelle Fragen rechtzeitig geklärt werde und z.B.: Sendungen in die Schweiz problemlos abgewickelt werden.

 

Jetzt kann’s los gehen

1. Handelsrechnung

Vor der Verladung wird vom Verkäufer eine Kopie der Handelsrechnung zur Verfügung gestellt. Hiermit muss überprüft werden, ob alle notwendigen Daten vorhanden sind und ob die Rechnung richtige adressiert wurde.

ACHTUNG: Eine falsche Adresse kann zum Verlust der Vorsteuerabzugsberechtigung führen!

Indem man die Rechnungs- und Lieferanschrift genau vorgibt, kann man hier Verzögerungen vermeiden. Eine Handelsrechnung des Herstellers muss immer wie folgt aussehen:

Alle oben genannten Punkte sind Pflichtangaben. Außerdem müssen folgende Pflichtangaben enthalten sein:

  • Handelsübliche Warenbeschreibung inklusive Zolltarifnummer
  • Jeweilige Liefermenge
  • Nach Steuersätzen und-befreiungen aufgeschlüsseltes Entgelt
  • Entgelt und hierauf entfallender Steuerbetrag sowie ein Hinweis auf Steuerbefreiung
  • Hinweis auf Steuerschuld des Leistungsempfängers

Sinnvoll ist es auch die jeweilige Brutto-/Nettogewicht je Artikel einzutragen, da diese bei der Zollabfertigung benötigt werden.

Wurde der Rechnungsbetrag per Vorkasse gezahlt, erwartet man Mustersendungen oder Ersatzteile, so ist die Handelsrechnung als Pro-forma-Rechnung zu kennzeichnen

2. Avisierung der Ware beim Importeur

Sobald die Ware unterwegs ist, sollte der Eingang der Container oder Pakete vom Versender oder dessen Beauftragtem beim Importeur avisiert werden. So können dem Verzollungsagenten die erforderlichen Angaben (Zollvollmacht, EORI-Nr., Aufschubkonto Nr.) zur Verfügung gestellt werden.

TIPP: Um hier spätere Probleme zu vermeiden, ist es hilfreich nachzufragen, ob alle notwendigen Daten, wie der Namen des Schiffes, Ladehafen, Ankunftsdaten sowie den Eintrefftermin der Ware wirklich übermittelt wurden.

Es folgen noch die Angaben über die Umsatzsteueridentifikationsnummer und Zolltarifnummer, sobald die Ware im jeweiligen Importland eingetroffen ist. Außerdem muss der Importeur der Sendung die gültige Handelsrechnung und Packliste vorlegen können, um sicher zu stellen, dass die Ware beim richtigen Empfänger ankommt.

 

Fast geschafft

Liegen alle notwendigen Papiere vor, kann die Ware aus dem Zoll geholt und über eine Spedition an uns zugestellt werden. Auch wir benötigen ein genaues Eintreffdatum sowie eine Packliste, um den Wareneingang reibungslos abwickeln zu können.