Wir haben uns mit dem Projektleiter von blue life Consulting, einer Beratungsagentur aus Hamburg, getroffen, und ihn zum Thema „Nachhaltiges Marketing für Unternehmen“ interviewt. Zum Jahresende wollten wir noch einmal ein aktuelles und relevantes Thema aufgreifen, das alle Unternehmen und unsere Umwelt betrifft.

Hey Björn, stell dich doch bitte einmal vor.

Mein Name ist Björn Hünemeyer. Ich bin Projektleiter bei blue life, eingetragenes NGO und gleichzeitig Beratungsagentur für Unternehmen im Bereich Nachhaltigkeit.
Wir beraten Unternehmen bei der Nachhaltigkeitstransformation und sind Experten für Kommunikation und Marketing im Bereich Nachhaltigkeit.
Ich betreue unsere Kunden, berate sie bei den ersten Schritten zu einem nachhaltigen Unternehmen und begleite sie über den gesamten Prozess hinweg.

Was versteht man unter „Nachhaltigem Marketing“?

Unter „Nachhaltigem Marketing“ verstehen wir, wie Unternehmen ihr ökologisches und soziales Engagement ehrlich und transparent mit ihren Kunden teilen können.
Ganz nach dem Motto: „Tue Gutes und rede drüber“.

Warum hast du dich für den Bereich Nachhaltiges Marketing entschieden?

Es ist zum einen ein sinnvoller Bereich, in dem man viel bewegen kann. Zum anderen gibt es eine Notwendigkeit für dieses Thema.
Nur wenn wir gemeinsam alle Bereiche beachten, kann die drohende Klimakrise verhindert werden. Unternehmen spielen dabei eine wichtige Rolle, da sie Hauptverursacher der schädlichen Emissionsgase sind und somit eine große Verantwortung haben.
Mit nachhaltigem Marketing können wir entsprechend verantwortungsvollen Unternehmen einen Wettbewerbsvorteil verschaffen und so diese Unternehmen besser positionieren.

Seit wann spielt deiner Meinung nach Nachhaltigkeit für Unternehmen eine so große Rolle?

Aus ökologischer Sicht spielt die Nachhaltigkeit schon immer für Unternehmen eine große Rolle. Durch den gesellschaftlichen Wandel und die hohe mediale Aufmerksamkeit hat sich gerade in den letzten zwei Jahren eine besondere Relevanz für den Bereich Nachhaltiges Marketing entwickelt.

Warum sollten Unternehmen auf den Zug des nachhaltigen Marketings aufspringen?

Nachhaltigkeit hat sich zu einem Hygienefaktor entwickelt. Das bedeutet, dass nachhaltige Unternehmen langfristig einen Wettbewerbsvorteil im Markt haben und diese Leistungen von den Verbrauchern als Standard vorausgesetzt werden.
Besonders für neugegründete Unternehmen, die sich an die aktuellen Maßgegebenheiten anpassen müssen, ist das Thema Nachhaltigkeit unverzichtbar.

An welche Art von Unternehmen richtet sich die Aufforderung?

Marketingtechnisch sind natürlich insbesondere ökologisch bewusste Unternehmen gefordert, da diese den richtigen Background für entsprechende Marketingmaßnahmen haben. Generell muss aber selbstverständlich ein übergreifender Wandel stattfinden, der alle Unternehmen zu einem klimaschonenden Ansatz bewegen soll.

Gibt es spezielle Branchen, die dieses Thema besonders betrifft?

Wir als blue life Consulting beraten Unternehmen aus den verschiedensten Branchen und mit unterschiedlichstem Angebot. Natürlich sind Unternehmen mit einem haptischen Produkt besonders betroffen, da diese sich direkt mit ihren Ressourcen und Kunden beschäftigen müssen. Aber generell ist der Bereich Nachhaltigkeit ein branchenübergreifendes Thema, dem sich langfristig kein Unternehmen entziehen kann.

Wie können Unternehmen mit einem nachhaltigen Marketing smart agieren?

Konkret können Unternehmen zunächst damit anfangen, nachhaltiger zu arbeiten. Denn nachhaltiges Marketing basiert auf einer transparenten und ehrlichen Kommunikation. Diese ist nur gewährleistet, wenn Unternehmen tatsächlich etwas leisten.
Nachhaltiges Marketing ohne entsprechende Maßnahmen kann schnell als Greenwashing abgestempelt werden.

Wie können solche Maßnahmen aussehen?

Zunächst gilt es sich der eigenen Klima- oder Umweltbelastung bewusst zu werden. Dabei kann eine CO2-Bilanz helfen. Hier erkennt man sofort, wo die größten Klimasünden entstehen und entsprechendes Optimierungspotential besteht.
Im ersten Schritt sollte entsprechend versucht werden, Emissionen zu reduzieren oder gar zu vermeiden. Im zweiten Schritt können alle nicht reduzier- oder vermeidbaren Emissionen kompensiert werden und das Unternehmen somit klimaneutral stellen.
Auf diese Weise können Unternehmen jetzt schon schnell und einfach etwas für die Umwelt tun.

Was rätst du allen Unternehmen – vor allem auch Startups – wenn sie ihr nachhaltiges Engagement an ihre Kunden kommunizieren möchten?

Wie gesagt: Das Wichtigste bei einer nachhaltigen Kommunikation ist, bei der Wahrheit und den Fakten zu bleiben. Es braucht eine Kommunikationsstrategie, die gemeinsam mit Experten erarbeitet wird. Denn nicht alle Bereiche sind kommunikationsfähig oder für Kunden relevant. Zudem bedarf nachhaltiges Marketing einer besonderen Expertise und darf nicht mit klassischem Marketing gleichgesetzt werden.

Danke, dass du dir die Zeit für uns genommen und dein Wissen mit uns geteilt hast!

Gerne! 🙂