In Zeiten von Instagram und Co. schreien Follower und so auch potentielle Kunden nach schönen und makellosen Bildern, auf denen Menschen und Produkte perfekt in Szene gesetzt sind. Schaut man sich verschiedene Fotos, beispielsweise von Influencern, an, wird man auf Anhieb einige Gemeinsamkeiten feststellen. Solche Bilder haben einen Mehrwert: Einerseits generieren sie die meisten Likes, andererseits regen sie zum Kauf an.

Auch ihr könnt diese Chance für eure Produkte nutzen, die ihr in eurem eigenen Online Shop oder über die sozialen Netzwerke bewirbt und vertreibt. Denn hier gilt das Motto: Je mehr die Ware ins rechte Licht gerückt wird, umso besser lässt sie sich verkaufen. Zugegeben: Zwischen der Produktfotografie, wie sie Fotografen noch aus Fachkreisen her kennen, und der, wie sie beispielsweise heutzutage auf Instagram betrieben wird, liegt noch ein weiter Weg. Doch mit wenigen kleinen Tipps und Tricks könnt auch ihr eure Produkte selbst so fotografieren, dass ihr Look schon vielversprechend ist. Wir verraten euch, worauf ihr achten solltet, wenn ihr euch einen Profifotografen sparen wollt.

 

Grundsätzlich gilt die Zwei-Sekunden-Regel, in denen ein Produkt von einem Käufer wahrgenommen wird. In dem Moment spielt das Bild, auf dem die Ware abgebildet wird, eine große Rolle: Es kann über den Kauf entscheiden. So solltet ihr euch selbst auch immer die Frage stellen, ob ihr euer Produkt anhand des Bildes kaufen wollen würdet oder nicht.
Dafür ist es empfehlenswert, sich vorab ein Bild davon zu machen, wie die Konkurrenz mit der Darstellung ihrer Produkte umgeht. Schaut euch dazu einige Beispiele an. Worauf legt sie Wert, wenn sie diese anpreist? Welche Emotionen sollen ihre Bilder transportieren? Wer soll sich darauf angesprochen fühlen? All das sind mögliche Fragen, die ihr euch stellen könnt, wenn ihr ein Monitoring bekannter Marken der gleichen Sparte durchführt.

Konzept

Es ist wichtig, dass ihr euch rechtzeitig einen geeigneten Termin für das Fotoshooting eurer Produkte überlegt. Wie ihr euch vorstellen könnt, ist ein gutes Produktbild abhängig vom Licht bzw. auch dem Wetter, falls es Outdoor sein soll. Ihr solltet des Weiteren darüber nachdenken, welche Botschaft eure Produkte hinsichtlich der richtigen Inszenierung transportieren sollen.

Equipment

Optimalerweise seid ihr oder jemand aus eurem Unternehmen im Besitz einer Spiegelreflex-, System- oder Digitalkamera, mit der ihr eure Produkte perfekt ablichten könnt. Wenn nicht, dann könnt ihr auch zu eurer Handykamera mit einer guten Auflösung greifen. Sie eignet sich aber eher für Miniaturbilder oder Posts in sozialen Netzwerken, für die die Qualität der Bilder hier ausreichen würde. Bei der Anschaffung einer neuen Kamera solltet ihr euch von einem Fachmann beraten lassen, da die Auswahl sehr groß ist und die beste nicht immer die teuerste sein muss.

Zusätzlich bietet es sich an, mit einem Stativ zu arbeiten, damit ihr keine verwackelten Bilder produziert. Hier gibt es ebenso günstige Modelle, auf die ihr eure Kamera einfach fixieren könnt. Zudem solltet ihr bestenfalls eure Kamera mit einem Bildschirm verbinden, auf dem ihr eure gerade erst geschossenen Fotos direkt anschauen könnt. Dies hat zum einen den Vorteil, dass ihr sie direkt vergrößert dargestellt seht und so noch einmal einen anderen optischen Eindruck von ihnen bekommt. Zum anderen, dass ihr im Rahmen einer Auswahl umgehend kleine, feine Unterschiede zwischen den einzelnen Bildern feststellen könnt, die auf der Kamera nicht sofort erkennbar wären. Im Feinschliff sind einzelne Nuancen oft entscheidend.

Hintergrund

Der Hintergrund, vor dem ein Produkt platziert ist, sollte sich klar von diesem abheben und einen Kontrast zu ihm darstellen. Denn der primäre Fokus des Betrachters sollte auf die Ware gerichtet sein. Hier bieten sich neutrale und einfarbige Hintergründe an, möglichst helle. Aber auch Holz oder simple Muster sind zur Verwendung gedacht. Ihr solltet, wenn realisierbar, auf gleichbleibende Hintergründe bei euren Fotos setzen, um den Wiedererkennungswert eurer Produkte zu erhöhen.

Kameraeinstellungen

Es gibt sehr viele verschiedene Kameraeinstellungen, die beim Fotografieren in Frage kommen und in ihrer Anwendung sinnvoll sein können. Wir wollen euch im Folgenden die relevantesten vorstellen und euch Tipps speziell für die Produktfotografie geben: 

 

Bildausgabe – Zur Nachbearbeitung empfiehlt es sich, die Bilder im RAW-Format abzuspeichern. In diesem „Rohformat“ lassen sie sich einfacher bearbeiten und in jedes andere Format konvertieren.

 

Perspektive – Probiert einige Perspektiven aus, von denen aus ihr eure Produkte fotografiert. Selten sehen Frontalansichten ansprechend aus. Ein Winkel von 45 Grad ist im Normalfall optimal, da die Produkte dabei authentisch aussehen. Einige Kameras bieten auch Makro- also Nahaufnahmen an. Manchmal macht solch eine Detailaufnahme eures Produktes mehr Sinn, als dieses in voller Größe abzulichten.

 

Zoom – Hier solltet ihr auf den optischen und nicht auf den digitalen Zoom setzen. Ein 3- bis 5-fach Zoom bietet sich an der Stelle an, sodass das Produkt realitätsnah abgebildet werden kann.

 

Blende – Je kleiner die Blendenzahl ist, umso mehr ist die Blende geöffnet. Der Fokus liegt somit auf wenigen Details, sodass alles außerhalb dieser unscharf ausgespielt wird. Da ihr bei euren Produktfotos aber einen möglichst großen scharf eingestellten Bereich favorisieren solltet, eignet sich der höchste Blendenwert (mindestens F16).

 

Brennweite –Eine Brennweite von 50-80mm gleicht dem menschlichen Auge und sollte daher auch so eingestellt werden. 

 

Weißabgleich – Er ist bei der korrekten Wiedergabe der Farben eurer Produkte unabdingbar. Im Normalfall reicht die automatisch voreingestellte Weißabgleicheinstellung in eurer Kamera aus. Ist allerdings die exakte Darstellung eurer Produktfarben relevant, bietet sich ein manueller Weißabgleich an. Dazu haltet ihr am besten ein weißes Stück Papier oder Karton an die Stelle, an der sich eure Ware befinden wird, vor die Linste und gleicht das Weiß ab.

 

ISO – Wie bereits angesprochen spielt das Licht eine große Rolle. Gehen wir vom Zimmerlicht aus und shooten nicht bei Tageslicht, ist besonders der ISO-Wert eurer Kamera zu beachten. Je höher er ist, desto qualitätsvoller werden eure Bilder bei miserablen Lichtverhältnissen. Bei einer guten Ausleuchtung – falls euch Lampen und Lichter zur Verfügung stehen – sollten ISO-Werte bis 800 vollkommen ausreichen.

 

Blitz – Verzichtet im Normalfall auf ihn. Er verursacht nur harte Schatten und unnatürliche Farben, die ihr bei euren Produktfotos nicht gebrauchen könnt.

Präsentation

Eure Produkte sollten in ihre gängige Umgebung integriert werden. Positioniert sie also an Orten, an denen sie üblicherweise Verwendung finden und kombiniert sie mit Dingen, Menschen und Tieren, wenn es dem Verkauf nützt. Verzichtet allerdings auf Requisiten, die von der Ware selbst ablenken. Fokussiert euch auf die Produkte an sich – in voller Bandbreite und auch im Detail. Zeigt ihre Dimensionen und Verpackungen. Denn besonders das Auspacken ist ein Teil des Nutzungserlebnisses eurer Kunden.

Nachbearbeitung

Oftmals werden Produktbilder noch einmal nachbearbeitet. Die regulären Adobe Programme wie Photoshop oder Lightroom sind zur Retusche und Auswahl gedacht. Im Internet findet ihr viele Tutorials zum Umgang mit diesen.

 

Die Produktfotografie gilt es nicht zu unterschätzen: Besonders im E-Commerce spielt sie eine wichtige Rolle, weswegen sie auch so behandelt werden sollte. Denn ansprechend aussehende Produktbilder dienen neben dem Verkauf der Ware nicht nur der Umsatzsteigerung sondern auch der Imagebildung des Unternehmens. Zudem fallen sie positiv auf die Markenbildung zurück. Investiert also eure Zeit in gute Produktfotos, die Ergebnisse lohnen sich.